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Blick über die Dächer von Rhinhöhe (Foto: Dr. Krause, 2016)
Blick über die Dächer der Eigenheimsiedlung
Eine der beiden Holzbrücken über den Rhin (Foto: tetra ingenieure, 2017)
romantische Holzbrücke über den Rhin mit moderner LED-Straßenleuchte
Das Biomasseheizkraftwerk der Stadtwerke Rheinsberg (Foto: Auricht, SWR, 2017)
Foto der Biomasseanlage im Vordergrund die Holzhackschnitzel

Ein Rheinsberger Stadtgebiet im Fokus der Energiewende
gefördert durch die KfW

tetra ingenieure haben im Auftrag der Stadtwerke Rheinsberg im Rahmen des Förderprogramms Opens external link in new window„Energetische Stadtsanierung“ (KfW) ein Quartierskonzept für Rhinhöhe, ein historisch gewachsenes Einfamilienhausgebiet im Südwesten Rheinsbergs, erarbeitet.

Zielstellung:

Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Einsatz erneuerbarer Energien zu identifizieren. Durch technisch und wirtschaftlich umsetzbare Maßnahmen soll der Klimaschutz verbessert werden, indem der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids vermindert wird.

Eine Besonderheit dieses überwiegend aus Eigenheimen bestehenden Quartiers im Vergleich zu anderen urbanen Quartieren besteht im hohen Anschlussgrad an die Fernwärme. Mehr als die Hälfte der Gebäude wird bereits mit nahezu klimaneutraler Fernwärme aus dem Biomasseheizkraftwerk in Rheinsberg versorgt. Entsprechend positiv fällt schon jetzt die CO2-Bilanz aus. Pro Kopf werden weniger als 2,5 t CO2 pro Jahr infolge des Energieverbrauchs emittiert. Das ist ein sehr guter Wert. Unter dem Motto „Man muss nicht schlecht sein, um besser zu werden“ fand am 27.06.2017 eine gut besuchte Einwohnerversammlung zum Thema Klimaschutz in Rhinhöhe statt.

Im Mittelpunkt standen die Möglichkeiten, wie der Energieverbrauch weiter gesenkt und die Energieerzeugung klimafreundlicher gestaltet werden können.

Ein interessanter Aspekt der Diskussion lag auf dem der Verkehrssektor, der maßgeblich die CO2-Bilanz in Rhinhöhe bestimmt. Es ging vor allem um die Instandsetzung der Fußgängerwege über den Rhin, der Mühlenstraße und des Damaschkewegs als wichtige Anbindungen des Quartiers an die Innenstadt und den öffentlichen Nahverkehr. Auch Möglichkeiten zur Verringerung der Verkehrsbelastung durch forstwirtschaftlichen Verkehr in der Lindenstraße wurden besprochen.

Kernpunkt der Veranstaltung waren jedoch die Möglichkeiten der Hauseigentümer selbst, am eigenen Gebäude Energie und CO2 zu sparen. Die Diskussion zeigte, dass technische Möglichkeiten zur energetischen Gebäudesanierung sehr vielfältig sind. Die Abschätzung, welche Maßnahme bauphysikalisch, energetisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, ist nicht trivial. Deswegen ist es sinnvoll, sich vorab mit einemOpens external link in new window Energieberater in Verbindung zu setzen, der Bauherren nicht nur technisch sondern auch hinsichtlich der gesetzlichen Anforderungen und bei der Beantragung von Fördermitteln berät.

Die Opens external link in new windowStadtwerke Rheinsberg sind ein wichtiger Akteur im Klimaschutz, stellen sie doch die Wärme zur Gebäudeheizung besonders klimafreundlich zur Verfügung. Um die Effizienz der Versorgung noch weiter zu erhöhen und noch mehr Bürgern Fernwärme zur Verfügung stellen zu können, arbeiten die Stadtwerke daran, den Wärmenetzbetrieb in enger Zusammenarbeit mit den Wärmekunden zu optimieren. Hierbei gilt es insbesondere, die technischen Anlagen in den Häusern so einzustellen, dass die Energie aus dem Heizwasser besonders gut ausgenutzt wird. Passiert das, dann wird das Heizwasser statt bisher mit einer Temperatur von 58°C mit nur noch 30°C aus dem Gebäude in das Fernwärmenetz zurückgeschickt. Diese niedrigen Temperaturen eröffnen dann auch die Möglichkeiten, neben dem bisher genutzten Brennstoff Holz weitere erneuerbare Energien für die Fernwärmeversorgung zu einzusetzen.

Eine Tiefenbohrung (Geothermie) ist im Quartier seit den Neunziger Jahren vorhanden. Ein Thermalbad an dieser Stelle ist bisher eine Vision geblieben. Jetzt steht die energetische Nutzung im Rahmen der Fernwärmeversorgung im Mittelpunkt. Klima und Bürger könnten hier gleichermaßen von der Erdwärme profitieren. Erdwärme erzeugt keine Brennstoffkosten, sie steht also unabhängig von der künftigen Entwicklung der Brennstoffpreise zur Verfügung. Und weil nichts verbrannt werden muss, wird auch das Klima geschont. 

Deswegen haben die Stadtwerke in Zusammenarbeit mit den tetra ingenieuren ein Messprogramm an ausgewählten Einfamilienhäusern gestartet. So soll herausgefunden werden, wie effizient einzelne Gebäude die Fernwärme schon jetzt ausnutzen und wo die Ursachen für zu hohe Rücklauftemperaturen liegen. Untersuchungen der tetra ingenieure an Mehrfamilienhäusern haben gezeigt, dass dort die Ursachen für die schlechte Energieausnutzung vor allem in der Warmwasserbereitung und den damit verbundenen hygienischen Anforderungen (Legionellenschutz) zu suchen sind. Sollte das Ergebnis bei den Einfamilienhäusern genauso sein, soll im nächsten Schritt geprüft werden, wie sich kleinteilige Veränderungen in den bestehende Hausanlagen auswirken.

Bis Ende September 2017 wird das Quartierskonzept fertig gestellt, so dass dann konkrete Handlungsempfehlungen für die Stadt, die Stadtwerke und die Bürgerinnen und Bürger vorliegen werden. Das Quartierskonzept dient vor allem als strategischer Ansatz, um unter den sich verändernden Rahmenbedingungen langfristig die Klimaschutzziele zur erreichen und gleichzeitig eine bezahlbare und zuverlässige Energieversorgung zu gewährleisten.

Die Einladung zur Einwohnerversammlung und Begrüßung erfolgten durch Herrn Rau, Bürgermeister der Opens external link in new windowStadt Rheinsberg. Die Moderation und die fachliche Ausgestaltung der Veranstaltung wurden durchgeführt von Frau Becker, tetra ingenieure GmbH, in Zusammenarbeit mit Frau Auricht, Geschäftsführerin der Stadtwerke Rheinsberg GmbH, Herrn Reymann, tetra ingenieure GmbH, und Frau Menz, Energieberaterin im Auftrag derOpens external link in new window Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.

Die Räumlichkeiten wurden von der Opens external link in new windowSchützengilde Rheinsberg 1845 e.V. zur Verfügung gestellt. Weiterhin stellten die Opens external link in new windowHauskrankenpflege Reinhold, die Opens external link in new windowProSeniorenpflege und die Opens external link in new windowVolkssolidarität Informationsmaterial zu ihren Leistungen bereit.