Kommunales Energiekonzept Amt Temnitz

Öffentliche Präsentation der Ergebnisse
Historischer Dorfkern
Windkraftanlagen
Kita Walsleben

DasOpens external link in new window Amt Temnitz liegt im Nordwesten des Landes Brandenburg und in der Mitte des Landkreises Ostprignitz-Ruppin.  Namensgeber des Amtes ist der kleine Fluss Temnitz, welcher sich auf einer Länge von 37 km von Nord nach Süd durch das Amtsgebiet zieht. Der nördliche Teil des Gebietes ist landschaftlich durch die Ausläufer der Kyritz-Ruppiner Heide mit ihren großen Waldflächen geprägt. Der südliche Teil grenzt an das Rhinluch mit Hochmooren und weiten Ebenen an.

Der Amtssitz befindet sich in der Gemeinde Walsleben. Der Amtsbereich Temnitz ist ca. 250 Quadratkilometer groß, mit Stand.2014 leben dort ca. 5.300 Menschen in sechs amtsangehörigen Gemeinden mit insgesamt 17 Ortsteilen. Im Amt werden die Aufgaben des Verwaltungsvollzuges für die Gemeinden erledigt. Die Energieerzeugung im Amtsgebiet erfolgt auf dem Stromsektor zu 100% aus erneuerbaren Energie, das Amtsgebiet ist Stromexporteur, d.h. es wird ca. doppelt so viel Strom erzeugt, wie verbraucht wird. Im Wärmesektor erfolgt die Energieerzeugung in dezentralen, in der Regel auf ein Gebäude beschränkten Einheiten.

Die CO2-Bilanz des Amtes weist Werte von 13 t CO2 je Einwohner und Jahr aus. Das entspricht dem Brandenburgischen Durchschnitt. Die Stromerzeugung ist dabei nicht berücksichtigt, da diese in die überregionale Bilanzierung der Stromerzeugung einfließt. Die Bilanz weist den Verkehrssektor als Schwerpunkt auf, er verursacht zu 56% der Emissionen. Die restlichen Anteile verteilen sich auf Gewerbe und private Haushalte. Der kommunale Anteil liegt unter 1%.

Die Zielstellung des Amtes ist es, die Energieeffizienz und den Anteil erneuerbarer Energien im Gebäude- und Verkehrssektor nachhaltig zu erhöhen und die CO2-Emissionen langfristig auf unter 10 t CO2 je Einwohner und Jahr zu senken. Dazu wird in der ersten Phase eine maßvolle energetische Gebäudesanierung der kommunalen Gebäude begonnen. Private Gebäudeeigentümer werden informiert und motiviert, ebenfalls Sanierungsmaßnahmen vorzunehmen. Bei Heizungserneuerungen wird vorrangig auf die Nutzung der vorhandenen Erdgasinfrastruktur abgestellt. Holzpellets und Scheitholz werden für nicht erdgaserschlossene Bereiche empfohlen. Im zweiten Schritt wird die energetische Gebäudesanierung fortgesetzt, die Ortskerne werden verdichtet und Wärmeinseln werden mit Holz und Abwärme versorgt. Die Gebäudeheiznetze werden optimiert, die Rücklauftemperaturen abgesenkt. Damit wird die Möglichkeit zur Nutzung regenerativer Energien im Wärmebereich geschaffen (Solarthermie, Wärmepumpen, Abwärme). Weitere Maßnahmen sind die Errichtung einer Biogasanlage zur Nutzung biogener Reststoffe mit Bioerdgasaufbereitung und lokaler Nutzung im Gewerbegebiet Temnitzpark, einer Demonstrationswasserkraftanlage an der Temnitz und einer Kleinwindanlage an der Kläranlage Temnitzpark.

Langfristig ist die Errichtung solarthermischer Anlagen mit saisonaler Speicherung vorgesehen sowie die Nutzung der Überschusspotentiale aus Wind- und Photovoltaikanlagen (power-to-gas) in einer technologischen Verknüpfung mit einer Biogasanlage zur Vergärung von biogenen Reststoffen im Temnitzpark.

Das Amt Temnitz wird den Fortschritt der Projekte und den Stand der Zielerreichung in jährlichen kommunalen Energieberichten dokumentieren.

Das Kommunale Energiekonzept wurde im Auftrag des Amtes Temnitz erarbeitet. Es wurde im Rahmen der FörderrichtlinieOpens external link in new window RENplus des Opens external link in new windowMinisteriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten (MWE) des Landes Brandenburg gefördert. Es orientiert sich streng am „Leitfaden zur Erstellung kommunaler Energiekonzepte“ (Stand: 13.08.2012) des MWE.

Ihr Ansprechpartner: Opens internal link in current windowDr. Ernst-Peter Jeremias